MATINEE – Die digitale Transformation der Region Stuttgart.

26.05. 2019, 10:30 Uhr - 14:00 Uhr
Veranstaltungsort
Clara Zetkin Haus Sillenbuch

Die Folgen der SmartCity für Mensch und Natur: Überwachung, Energiefresser, Klimakiller, Elektrosmog.

Die Umwandlung der Städte zu Smart Cities will die Region Stuttgart der Telekom überlassen, Auftragsvolumen 2 Milliarden Euro. Deutschlandweit werden derzeit die Infrastrukturen für SmartCitys aufgebaut, vernetzte Städte, in denen der Datenfluss die Grundlage der Organisationsstruktur und politischen Steuerung ist. Das sollte in Stuttgart in aller Heimlichkeit durchgezogen werden. Den StadträtInnen wurde es mit dem Argument schmackhaft gemacht: endlich Breitband und schnelles Internet für alle, 5G-Mobilfunk auf jedem Acker. Es ist aber wieder ein Umbau der Stadt für die Autoindustrie, diesmal für das autonome Fahren und Millionen von Geräten des  Internets der Dinge. Dafür braucht es tausende neue Sendeanlagen, die jeden Winkel des Landes verstrahlen. Die ökologischen Folgen dadurch des steigenden Energieverbrauchs gelten als verheerend.

Smart City will in Echtzeit von jeder Bürgerin und jedem Bürger wissen was sie/er tut: die mit Sensoren gepflasterte, total überwachte, ferngesteuerte und kommerzialisierte Stadt. Algorithmen verarbeiten in Echtzeit die Daten, erstellen von jedem Bürger einen digitalen Zwilling als Grundlage für die Steuerung des Zusammenlebens. Die Smart-City-Planungen bekamen 2018 von der Organisation “Digitalcourage” den BigBrotherAward verliehen. Der Soziologe Harald Welzer sieht darin den Übergang zur “smarten Diktatur”.

Die weltweite digitale Transformation wälzt alle Lebensbereiche um. Sie wird als Hype vermarktet, Kritiker in die Ecke der Fortschrittsverweigerer gestellt. Eine Technikfolgenabschätzung findet nicht statt, wird von einer mächtigen Lobby sogar verhindert. Es ist ein Milliarden Euro Geschäft. Das Motto wird ausgegeben: Digital First. Bedenken Second. Peter Hensinger analysiert diese Entwicklung und möchte mit Euch diskutieren, wie man dagegen den Widerstand organisieren kann.

Referent: Peter Hensinger

Ort: Clara-Zetkin-Haus, Gorch-Fock-Str. 26

Beginn: 10.30 Uhr