Klimawandel weltweit

Klimawandel weltweit

Im Rahmen der Naturfreunde Aktionstage “Afrika Verbindung schaffen” kam Mamadou Mbodji, Vizepräsident der Naturfreunde Internationale am 4. Oktober nach Stuttgart. Umrahmt war die Veranstaltung mit dem „Erlebnisparcours für Nachhaltigkeit“. Der Weltladen Stuttgart rundete den Abend mit verschiedenen Produkten aus Afrika ab.

Beim Erlebnisparcours konnten die Besucher anhand einer großen Weltkarte, ausgebreitet als Plane auf dem Boden, spielerisch nachvollziehen, wie sich die Bevölkerung auf die Welt aufteilt, der Reichtum verteilt ist und wer die größten Flüchtlingsströme aufnimmt.

Uschi Böss-Walter von den NaturFreunden Baden berichtete vom Bau eines Ausbildungszentrums in Bekhar/Senegal, das die NaturFreunde Rastatt unterstützen. Dafür hat das Bundesministerium Entwicklungsfördernde Mittel in Höhe von 75% bewilligt, der Rest, ca. 10.000 Euro, müssen über Spenden aufgebracht werden.

In seinem Vortrag zeigte Mamadou Mbodji die Situation in Afrika auf: Etwa die Hälfte der afrikanischen Einkommen stammt aus der Landwirtschaft, weitere nennenswerte Anteile stellen Fischfang und Tourismus. Alle drei Bereiche sind jedoch durch den Klimawandel bedroht.

Afrika trägt nur 4 Prozent zum weltweiten Klimawandel bei, muss aber über 90 Prozent der negativen Folgen erleiden. Besonders betroffen ist die Sahel-Zone: ausbleibender Regen, Dürren, ausgelaugte Böden. Der Tschad-See hat schon gut 90 Prozent seines Wassers verloren. Damit einher gehen kriegerische Auseinandersetzungen um die knapper werdenden Ressourcen. Die Küstenregionen, wo 2/3 der afrikanischen Bevölkerung leben, leiden unter Bodenerosion, dazu kommt, dass der traditionelle Fischfang durch die Konkurrenz der Fischfangflotten des Nordens kaum noch Erträge bringt.

Im Gegenzug gibt es aber auch ganz konkrete, nachhaltige Beispiele, wie z. B. das Projekt CO2BOLUS. Es beschreibt eine NaturFreunde-Kooperation in der Pflege von Streuobstwiesen in der Bodenseeregion einerseits und Obstbaumpflanzungen (z.B. Mangos) in Dorfgemeinschaften im Senegal. Sehr erfolgreich sind Obstbaumpflanzungen in Höfen und Innenbereichen der Dörfer, in denen auch neue Sorten getestet werden. Die Bäume werden von der Dorfbevölkerung gepflegt und dienen so einer nachhaltigen Subsistenzwirtschaft, der Verbesserung der Ernährungssituation und darüber hinaus der Kohlendioxid- Speicherung. „Es gibt einen klaren Zusammenhang zwischen den Folgen des Klimawandels und dem Anwachsen der großen existentiellen Probleme der afrikanischen Bevölkerung. Wenn die Menschen in ihrer Existenz bedroht sind und es keine Möglichkeit der Verbesserung der Lage gibt, ist die logische Folge die Migration.”